Wohin reist Deutschland Die beliebtesten Urlaubsziele im Statistik-Check 2026

Wohin reist Deutschland? Die beliebtesten Urlaubsziele im Statistik-Check 2026

Spanien, Italien, Türkei oder doch Urlaub im eigenen Land? Die Deutschen bleiben auch 2026 eine ausgesprochen reisefreudige Nation. Gleichzeitig verändern steigende Kosten, Klimaveränderungen, neue Flugverbindungen und der Wunsch nach mehr Erholung die Auswahl der Urlaubsziele.

Die aktuellen Zahlen der Reiseanalyse 2026 zeigen dabei ein erstaunlich klares Bild: Das Ausland bleibt mit großem Abstand das wichtigste Reiseziel der Deutschen. 78 Prozent der langen Urlaubsreisen entfielen zuletzt auf ausländische Destinationen, während Deutschland auf 22 Prozent kam. An der Spitze des Auslandsrankings lag Spanien vor der Türkei, Italien, Griechenland und Österreich.

Doch welche Länder sind besonders beliebt und was sagen die Zahlen über das Reiseverhalten 2026 aus?

78 Prozent der Urlaubsreisen führen ins Ausland

Die Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) gehört zu den wichtigsten Untersuchungen zum Reiseverhalten der Deutschen.

Für 2026 zeigt sich: Bei den Urlaubsreisezielen dominiert weiterhin das Ausland. Der Marktanteil liegt bei 78 Prozent, Deutschland kommt auf 22 Prozent. Damit bleibt der klassische Auslandsurlaub für die Mehrheit der Deutschen die erste Wahl.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Deutschland als Urlaubsziel unattraktiv geworden wäre. Gerade bei Kurzurlauben, Wochenendreisen und Reisen mit dem Auto spielt das eigene Land eine große Rolle.

Auch die aktuellen Suchdaten bestätigen dieses Nebeneinander: Laut VIR-Daten & Fakten 2026 lag Deutschland bei Pinterest-Suchanfragen nach europäischen Reisezielen auf Platz eins, gefolgt von Italien und Spanien.

Spanien bleibt die Nummer eins

An der Spitze der klassischen Auslandsziele steht weiterhin Spanien.

Nach den ersten Ergebnissen der Reiseanalyse 2026 liegt Spanien vor der Türkei, Italien, Griechenland und Österreich.

Spanien profitiert von einer Kombination, die für deutsche Urlauber besonders attraktiv ist:

  • lange Strände und Badeurlaub
  • große Auswahl an Ferienwohnungen und Hotels
  • gute Flugverbindungen
  • Mallorca und die Kanarischen Inseln
  • ganzjährig interessante Reisezeiten
  • vielfältige Angebote für Familien und Paare

Auch die Tourismusanalyse 2026 der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen bestätigt Spaniens Spitzenposition. Spanien blieb 2025 das meistgewählte Ziel für deutsche Haupturlaubsreisen und kam auf mehr als neun Prozent.

Italien holt weiter auf

Italien gehört ebenfalls zu den Dauerfavoriten.

In der Reiseanalyse liegt das Land direkt hinter Spanien. Bereits für 2024 wurden rund neun Prozent Marktanteil bei den deutschen Urlaubsreisen ausgewiesen. Italien konnte seine Position anschließend weiter festigen.

Dabei ist Italien längst mehr als ein klassisches Sommerziel. Neben Badeurlaub an Adria, Mittelmeer und auf den Inseln spielen Städtereisen, Kulinarik, Kultur und Rundreisen eine immer größere Rolle.

Besonders interessant ist, dass die Tourismusanalyse einen Wandel bei den Urlaubsmotiven beobachtet: Italien profitiert von der Sehnsucht nach „Dolce Vita“, Genuss, Entschleunigung und Authentizität.

Türkei: Besonders stark bei Pauschalreisen

Die Türkei gehört 2026 ebenfalls zu den wichtigsten Reisezielen der Deutschen.

Noch deutlicher wird ihre Bedeutung beim Blick auf organisierte Flugreisen. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) steht die Türkei im Sommer 2026 beim Umsatz der Flugreiseziele auf Platz eins, vor Spanien und Griechenland.

Die Nachfrage nach Türkei-Reisen ist laut DRV weiterhin stark. Für den Sommer 2026 wird ein Umsatzplus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr genannt.

Ein Grund ist die große Bedeutung von Pauschalreisen. Besonders All-inclusive-Angebote an der türkischen Riviera sprechen Familien und preisbewusste Urlauber an.

Griechenland bleibt ein Top-Ziel

Griechenland gehört ebenfalls zu den Gewinnern.

In der Reiseanalyse 2026 liegt das Land hinter Spanien, Türkei und Italien. Bereits 2024 erreichte Griechenland rund fünf Prozent Marktanteil und verbesserte sich damit im Ranking.

Auch im Sommergeschäft 2026 bleibt die Nachfrage hoch. Der DRV meldet für Griechenland ein Umsatzplus von rund acht Prozent bei den organisierten Reisen.

Kreta, Rhodos, Kos und die griechischen Inseln bleiben damit wichtige Ziele für deutsche Urlauber.

Österreich: Der wichtigste Alpen-Kandidat

Österreich nimmt eine besondere Position ein. Das Nachbarland ist sowohl für klassische Urlaubsreisen als auch für Kurzurlaube, Wanderreisen und Winterurlaub relevant.

In der Reiseanalyse 2026 liegt Österreich hinter den großen Mittelmeerzielen. Der Marktanteil beträgt rund 4,4 Prozent; damit konnte das Land seinen Anteil leicht ausbauen.

Die Nähe ist dabei ein großer Vorteil. Österreich lässt sich aus vielen Regionen Deutschlands mit dem Auto oder der Bahn erreichen.

Gerade für Reisende, die Flugreisen vermeiden möchten, ist das Land deshalb interessant.

Deutschland bleibt trotz Platz zwei im Gesamtmarkt wichtig

Bei den langen Urlaubsreisen liegt Deutschland mit 22 Prozent zwar deutlich hinter dem Ausland. Trotzdem wäre es falsch, daraus auf eine geringe Bedeutung des heimischen Tourismus zu schließen.

Ein Blick auf das gesamte Reisevolumen zeigt ein anderes Bild.

2025 unternahmen die Deutschen insgesamt rund 274 Millionen mehrtägige Reisen. Davon entfielen etwa 169 Millionen auf Inlandsreisen und 105 Millionen auf Auslandsreisen. Die Inlandsreisen legten dabei um rund vier Prozent zu, während die Auslandsreisen um etwa acht Prozent zurückgingen.

Der Unterschied lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass inländische Reisen häufig kürzer sind und nicht immer als klassische lange Urlaubsreise erfasst werden.

Schleswig-Holstein liegt beim Inlandsurlaub vorn

Innerhalb Deutschlands konnte sich Schleswig-Holstein in der Reiseanalyse 2026 erneut an die Spitze des Bundesländer-Rankings setzen.

Das überrascht nicht: Nord- und Ostsee bieten eine Kombination aus Strand, Natur und vergleichsweise guter Erreichbarkeit.

Daneben bleiben Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Baden-Württemberg wichtige Urlaubsregionen.

Besonders interessant ist der Trend zu Reisen, bei denen Natur und Erholung im Mittelpunkt stehen. Dazu gehören Wandern, Radfahren, Wellness und Reisen an Seen oder Küsten.

Top-Ziele 2026 im Überblick

Die aktuellen Daten lassen sich grob in folgendes Ranking einordnen:

Rang Reiseziel Einordnung 2026
1 Spanien Führendes Auslandsziel
2 Türkei Sehr stark bei Pauschal- und Flugreisen
3 Italien Hohe Nachfrage nach Kultur, Genuss und Badeurlaub
4 Griechenland Starkes Mittelmeerziel
5 Österreich Wichtigstes Alpenziel
6 Frankreich Marktanteile zuletzt gestiegen
7 Kroatien Besonders beliebt bei Auto- und Badeurlaub
8 Ägypten Starkes Wachstum bei organisierten Reisen
9 Portugal Beliebtes Flug- und Rundreiseziel
10 Niederlande Vor allem für kürzere und individuelle Reisen interessant

Die Reihenfolge kann je nach Statistik variieren, weil unterschiedliche Untersuchungen beispielsweise Haupturlaubsreisen, alle Urlaubsreisen, Buchungsumsätze oder Suchanfragen messen.

Ägypten überrascht mit starkem Wachstum

Ein auffälliger Gewinner im Sommer 2026 ist Ägypten.

Der DRV meldet für organisierte Reisen ein Umsatzplus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wächst Ägypten deutlich stärker als viele etablierte Mittelmeerziele.

Die Gründe liegen unter anderem in der starken Nachfrage nach Pauschalreisen und dem ganzjährigen Badeangebot.

Für deutsche Urlauber ist Ägypten außerdem eine Möglichkeit, der europäischen Wintersaison zu entkommen.

Auch Italien wächst bei organisierten Reisen

Italien gehört nicht nur zu den beliebtesten klassischen Urlaubsländern, sondern zeigt 2026 auch beim Veranstaltergeschäft eine starke Entwicklung.

Der DRV berichtet für Italien von einem Umsatzplus von 17 Prozent im Sommergeschäft.

Damit zeigt sich ein interessanter Trend: Die Deutschen suchen nicht ausschließlich möglichst günstige Strandangebote. Auch klassische europäische Reiseziele mit Kultur, Gastronomie und hoher landschaftlicher Vielfalt profitieren.

Urlaub wird weiterhin fest eingeplant

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit bleibt die Reisebereitschaft hoch.

Die Reiseanalyse 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass 43 Prozent der Befragten bereits ein konkretes Reiseziel festgelegt hatten, während bei 33 Prozent das Ziel zum Befragungszeitpunkt noch offen war.

Damit bleibt Urlaub für viele Haushalte ein fester Bestandteil der Jahresplanung.

Interessant ist außerdem die zunehmende Bedeutung digitaler Reiseplanung: Laut Reiseanalyse wurden bereits 2025 bei rund 20 Prozent der Urlaubsreisen KI-Anwendungen für Information oder Buchung genutzt. Für die kommenden Jahre wird hier weiteres Wachstum erwartet.

Auto bleibt wichtigstes Verkehrsmittel

Trotz der starken Stellung von Spanien, Türkei und Griechenland bleibt das Auto für deutsche Reisende extrem wichtig.

2025 wurden laut aktuellen Daten rund 60 Prozent der mehrtägigen Reisen mit dem Pkw durchgeführt. Auf die Bahn entfielen etwa 19 Prozent, auf das Flugzeug rund 15 Prozent.

Das erklärt auch die Bedeutung von Ländern wie Österreich, Italien, Frankreich, Kroatien und den Niederlanden.

Sie lassen sich von Deutschland aus vergleichsweise unkompliziert mit dem Auto erreichen.

2026 wird der Urlaub teurer – aber nicht unbedingt kürzer

Die Reisebranche steht 2026 vor höheren Kosten. Steigende Flugpreise, teurere Unterkünfte und höhere Betriebskosten beeinflussen die Urlaubsplanung.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage erstaunlich stabil. Der DRV berichtet für den Sommer 2026 sogar von einem Umsatzplus von 14 Prozent bei Flugpauschalreisen und zwölf Prozent mehr Gästen als im Vorjahr.

Das deutet darauf hin, dass viele Deutsche weiterhin bereit sind, für ihren Urlaub Geld auszugeben. Dafür wird möglicherweise an anderen Stellen des Haushaltsbudgets gespart.

Ein neuer Trend: Kühle Reiseziele

Neben dem klassischen Mittelmeerurlaub entwickelt sich ein weiterer Trend: die Suche nach weniger heißen Reisezielen.

Der sogenannte „Coolcation“-Trend gewinnt an Bedeutung. Auch innerhalb Deutschlands können Regionen mit Wäldern, Bergen und Seen davon profitieren.

Ein aktuelles Beispiel liefert der Schwarzwald: 2025 wurden dort rund 199.000 Übernachtungen spanischer Gäste registriert. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr und sogar 64 Prozent mehr als 2015.

Der Klimawandel verändert damit nicht nur die Reisezeiten, sondern möglicherweise auch die Landkarte des Sommertourismus.

Was sagen die Zahlen über den deutschen Urlaub 2026?

Das Reiseverhalten lässt sich auf einige zentrale Trends reduzieren:

1. Das Ausland bleibt dominant.
78 Prozent Marktanteil bei langen Urlaubsreisen zeigen die starke internationale Orientierung der Deutschen.

2. Spanien bleibt die Nummer eins.
Das Land ist weiterhin das wichtigste klassische Auslandsziel.

3. Der Mittelmeerraum dominiert.
Türkei, Italien, Griechenland und Spanien gehören zu den wichtigsten Urlaubsländern.

4. Deutschland gewinnt bei Inlandsreisen.
Die Zahl der mehrtägigen Inlandsreisen stieg 2025 deutlich.

5. Das Auto bleibt unverzichtbar.
Rund 60 Prozent der mehrtägigen Reisen wurden 2025 mit dem Pkw unternommen.

6. Pauschalreisen erleben eine starke Nachfrage.
Vor allem Flugpauschalreisen entwickeln sich 2026 positiv.

7. Das Klima beeinflusst die Zielwahl zunehmend.
Nicht nur Sonne und Wärme zählen: Kühle Regionen können im Hochsommer attraktiver werden.

Fazit: Spanien bleibt vorn, aber Deutschland reist vielfältiger

Der Statistik-Check 2026 zeigt ein klares Bild: Die Deutschen reisen weiterhin am liebsten ins Ausland – und der Mittelmeerraum bleibt das Zentrum des klassischen Sommerurlaubs.

Spanien führt das Ranking an, gefolgt von Türkei, Italien und Griechenland. Österreich behauptet sich als besonders wichtiges Ziel im Alpenraum.

Gleichzeitig erlebt auch der Deutschlandurlaub eine Renaissance. Vor allem bei kürzeren Reisen, Natururlauben und Autoreisen bleibt das eigene Land sehr attraktiv.

Die vielleicht wichtigste Veränderung besteht deshalb nicht darin, dass die Deutschen plötzlich weniger reisen. Vielmehr wird die Auswahl vielfältiger: klassische Pauschalreisen stehen neben individuellen Roadtrips, Strandurlaub neben Städtereisen und heiße Mittelmeerziele neben kühleren Regionen.

Deutschland bleibt reisefreudig – aber die Art, wie und wohin gereist wird, verändert sich 2026 deutlich.

Quellen und weiterführende Informationen