Wie häufig verreisen die Deutschen, wie viel Geld geben sie für ihren Urlaub aus und welche Entwicklung zeigt sich bei den Reisebudgets? Die aktuellen Zahlen der Reiseanalyse 2026 und des Statistischen Bundesamtes zeigen ein interessantes Bild: Die Reiselust bleibt hoch, gleichzeitig verändern sich Reisehäufigkeit, Reiseziele und Ausgaben.
Für das Reisejahr 2025 meldet die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) mehr als 57 Millionen Urlaubsreisende ab fünf Tagen Dauer. Die Gesamtausgaben für Urlaubsreisen erreichten mit fast 92 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Für 2026 sind die Reiseabsichten ebenfalls positiv. Reiseanalyse
Urlaubsreisen Statistik Deutschland 2026 im Überblick
Die wichtigsten Kennzahlen lassen sich für die Jahre 2024 und 2025 sowie für die Reiseplanung 2026 zusammenfassen:
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Urlaubsreisende ab 5 Tagen | über 56 Mio. | über 57 Mio. | steigend |
| Urlaubsreisen ab 5 Tagen | ca. 68 Mio. | knapp 68 Mio. | leicht rückläufig |
| Gesamtausgaben für Urlaubsreisen | über 90 Mrd. € | knapp 92 Mrd. € | Rekord |
| Auslandsanteil | 76 % | 78 % | steigend |
| Inlandsanteil | 24 % | 22 % | rückläufig |
| Anteil der Bevölkerung mit sicheren Reiseplänen | 75 % für 2025 | 76 % für 2026 | leicht steigend |
Die Werte für 2024 stammen aus der Reiseanalyse 2025, während die Angaben für 2025 und die Reiseabsichten 2026 aus der Reiseanalyse 2026 stammen. Die FUR weist darauf hin, dass es sich bei den veröffentlichten Ergebnissen der RA 2026 um ausgewählte erste Ergebnisse handelt. Reiseanalyse
Wie häufig verreisen die Deutschen?
Die Zahlen zeigen, dass Urlaubsreisen für einen großen Teil der Bevölkerung weiterhin zum normalen Jahresablauf gehören. 2025 wurden knapp 68 Millionen Urlaubsreisen mit mindestens fünf Tagen Dauer gezählt. Gleichzeitig waren mehr als 57 Millionen Menschen mindestens einmal auf einer solchen Reise. Reiseanalyse
Daraus ergibt sich rechnerisch eine durchschnittliche Größenordnung von rund 1,2 Urlaubsreisen pro Urlaubsreisendem. Dieser Wert ist allerdings lediglich eine rechnerische Relation und bedeutet nicht, dass jeder fünfte Reisende exakt eine zweite Reise unternimmt.
Interessant ist zudem die Entwicklung gegenüber 2024: Obwohl die Zahl der Urlaubsreisenden weiter gestiegen ist, ging das Gesamtvolumen der Urlaubsreisen leicht zurück. Das deutet darauf hin, dass sich die Reisehäufigkeit pro Reisendem etwas verändert hat.
2026 wollen 76 Prozent der Deutschen verreisen
Für 2026 zeichnet sich nach den ersten Ergebnissen der Reiseanalyse ein weiterhin sehr reisefreudiges Jahr ab. 76 Prozent der Bevölkerung planen nach eigener Angabe sicher eine Urlaubsreise. Bei 43 Prozent stand das Reiseziel zum Zeitpunkt der Befragung bereits fest, während 33 Prozent noch keine konkrete Destination ausgewählt hatten. Reiseanalyse
Damit liegen die Reiseabsichten 2026 ähnlich hoch wie im Vorjahr und sogar über dem Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Die wirtschaftliche Lage wirkt sich damit offenbar nicht grundsätzlich auf die Urlaubsbereitschaft aus. Vielmehr versuchen viele Haushalte, ihren Urlaub trotz steigender Kosten weiterhin zu ermöglichen.
Reiseausgaben erreichen neuen Rekord
Besonders deutlich ist die Entwicklung bei den Ausgaben. 2025 wurden für Urlaubsreisen der Deutschen insgesamt knapp 92 Milliarden Euro ausgegeben. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Vorjahr erneut übertroffen. Reiseanalyse
Teilt man die knapp 92 Milliarden Euro rechnerisch durch rund 68 Millionen Urlaubsreisen, ergibt sich eine Größenordnung von etwa 1.350 Euro pro Urlaubsreise. Dieser Wert ist als statistischer Durchschnitt zu verstehen und darf nicht mit einem typischen individuellen Reisebudget gleichgesetzt werden. Fernreisen, Pauschalurlaub, Familienreisen oder günstige Campingurlaube können das tatsächliche Budget erheblich verändern.
Auch die amtliche Statistik zeigt, dass Reiseausgaben einen erheblichen wirtschaftlichen Faktor darstellen. Destatis weist für 2025 beispielsweise rund 55,7 Milliarden Euro für Transport und rund 82,6 Milliarden Euro für Unterkunft im Rahmen der touristischen Nachfrage aus. Die Kategorien der Destatis-Statistik sind allerdings methodisch nicht direkt mit den Gesamtausgaben der Reiseanalyse gleichzusetzen. GENESIS-Online
Entwicklung der Reiseausgaben seit 2019
Ein Blick auf die vergangenen Jahre verdeutlicht, wie stark sich der Reisemarkt verändert hat:
| Jahr | Entwicklung der Urlaubsnachfrage und Ausgaben |
|---|---|
| 2019 | Hohes Vorkrisenniveau |
| 2020 | Massive Einbrüche durch die Pandemie |
| 2021 | Erholung auf niedrigem Niveau |
| 2022 | Deutliche Rückkehr der Reiselust |
| 2023 | Weitere Erholung und steigende Ausgaben |
| 2024 | Mehr als 56 Mio. Urlaubsreisende, über 90 Mrd. € Ausgaben |
| 2025 | Mehr als 57 Mio. Urlaubsreisende, knapp 92 Mrd. € Ausgaben |
| 2026 | Hohe Reiseabsichten, weitere Entwicklung noch offen |
Die Corona-Jahre stellen dabei einen deutlichen statistischen Sonderfall dar. Seit 2022 ist eine klare Normalisierung des Reiseverhaltens erkennbar. Reiseanalyse
Inland oder Ausland: Deutsche reisen wieder häufiger ins Ausland
2025 entfielen nach der Reiseanalyse 78 Prozent der Urlaubsreisen auf ausländische Ziele, während 22 Prozent auf Deutschland entfielen. 2024 lag der Auslandsanteil noch bei 76 Prozent. Reiseanalyse
Besonders beliebt waren Spanien, die Türkei, Italien, Griechenland und Österreich. Beim Deutschlandurlaub konnte Schleswig-Holstein seine starke Position behaupten.
Die amtliche Tourismusstatistik betrachtet dagegen sämtliche mehrtägigen Privat- und Geschäftsreisen und kommt für 2025 auf 169 Millionen Inlandsreisen sowie 105 Millionen Auslandsreisen. Diese Zahlen sind deshalb nicht direkt mit den Urlaubsreisen der Reiseanalyse vergleichbar. Destatis
Mehr als 274 Millionen mehrtägige Reisen im Jahr 2025
Eine andere Perspektive liefert Destatis. Danach unternahmen Reisende aus Deutschland 2025 insgesamt 274 Millionen Privat- und Geschäftsreisen mit mindestens einer Übernachtung. Das waren 1,1 Prozent weniger als 2024.
Dabei entwickelten sich Inland und Ausland unterschiedlich: Die Zahl der Inlandsreisen stieg um 3,9 Prozent auf 169 Millionen. Die Auslandsreisen gingen dagegen um 8,3 Prozent auf 105 Millionen zurück. Bei den privaten Reisen wurden rund 233 Millionen Reisen registriert. Destatis
Der Unterschied zu den Zahlen der Reiseanalyse liegt vor allem in der Definition: Die Reiseanalyse konzentriert sich auf Urlaubsreisen und unterscheidet unter anderem Urlaubsreisen ab fünf Tagen und Kurzurlaubsreisen. Destatis erfasst dagegen die touristische Nachfrage insgesamt und damit auch Geschäftsreisen.
Wie hoch ist das durchschnittliche Urlaubsbudget?
Ein allgemeingültiges durchschnittliches Urlaubsbudget für jeden deutschen Haushalt gibt es nicht. Die Reiseausgaben hängen unter anderem von Reiseziel, Reisedauer, Unterkunft, Verkehrsmittel und Haushaltsgröße ab.
Die Reiseanalyse untersucht deshalb neben den tatsächlichen Ausgaben auch die Urlaubsreisebudgets der Haushalte, ihre Ausgabebereitschaft und mögliche Sparmaßnahmen. Reiseanalyse
Die Entwicklung der Gesamtausgaben zeigt jedoch, dass die Deutschen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin erhebliche Beträge für Urlaub bereitstellen. Gleichzeitig können steigende Preise dazu führen, dass ein höherer Gesamtumsatz nicht automatisch bedeutet, dass Reisende mehr Reisen oder deutlich mehr Leistungen erhalten.
Reisebudget und allgemeine Haushaltsausgaben
Urlaub konkurriert mit anderen Ausgabenbereichen des Haushaltsbudgets. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben deutscher Haushalte 2024 bei 3.257 Euro pro Monat. 9,5 Prozent davon entfielen auf Freizeit, Sport und Kultur. Das entsprach durchschnittlich 309 Euro monatlich. Destatis
Urlaubsreisen machen allerdings nur einen Teil dieser Kategorie aus. Die Zahl zeigt dennoch, welchen Stellenwert Freizeit und Erholung innerhalb der privaten Konsumausgaben besitzen.
Deutschland bleibt als Reiseziel wichtig
Auch wenn Auslandsreisen 2025 einen größeren Anteil am klassischen Urlaubsreisemarkt hatten, bleibt Deutschland ein bedeutender Reisemarkt. Die amtliche Tourismusstatistik verzeichnete 2025 insgesamt 497,5 Millionen Gästeübernachtungen in Deutschland – ein neuer Rekordwert und 0,3 Prozent mehr als 2024. Destatis
Besonders dynamisch entwickelte sich Camping: Die Übernachtungen auf Campingplätzen stiegen 2025 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lagen sogar rund 24,9 Prozent über dem Niveau von 2019. Destatis
Reisetrends 2026: Planung wird digitaler
Nicht nur die Reisehäufigkeit und das Budget verändern sich. Auch die Art der Reiseplanung entwickelt sich weiter. Laut Reiseanalyse wurden 2025 bereits bei mehr als 13 Millionen Urlaubsreisen KI-gestützte Anwendungen zur Information, Inspiration oder Buchung genutzt. Reiseanalyse
Damit dürfte 2026 die digitale Reiseplanung weiter an Bedeutung gewinnen. Reisende können beispielsweise Reiseideen recherchieren, Unterkünfte vergleichen oder individuelle Reisepläne mithilfe von KI erstellen.
Fazit: Deutsche bleiben trotz Kosten reiselustig
Die Urlaubsreisen Statistik Deutschland 2026 zeigt ein insgesamt stabiles Bild. 2025 erreichte die Zahl der Urlaubsreisenden mit mehr als 57 Millionen einen neuen Höchststand. Gleichzeitig stiegen die gesamten Urlaubsausgaben auf knapp 92 Milliarden Euro. Für 2026 planen 76 Prozent der Bevölkerung sicher eine Urlaubsreise. Reiseanalyse
Die wichtigsten Trends lassen sich damit zusammenfassen:
- Die Zahl der Urlaubsreisenden bleibt auf sehr hohem Niveau.
- Die Gesamtausgaben für Urlaubsreisen erreichen Rekordwerte.
- Das durchschnittliche rechnerische Reisevolumen liegt bei etwa 1,2 Urlaubsreisen je Urlaubsreisendem.
- Auslandsreisen haben gegenüber dem Inland wieder an Marktanteil gewonnen.
- Deutschland bleibt gleichzeitig ein wichtiger Tourismus- und Urlaubsmarkt.
- Die Reiseplanung wird zunehmend digital und durch KI unterstützt.
- Für 2026 sprechen die hohen Reiseabsichten erneut für eine stabile Nachfrage.
Für Verbraucher bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Urlaub bleibt ein wichtiger Bestandteil der privaten Ausgabenplanung. Gleichzeitig lohnt es sich angesichts steigender Kosten stärker denn je, Reisezeit, Reiseziel, Unterkunft und Verkehrsmittel miteinander zu vergleichen.
