Sierra Leone ist eines der am meisten unterschätzten Reiseziele Westafrikas. Wer bereit ist, auf Luxus zu verzichten und sich auf ein echtes Abenteuer einzulassen, findet hier eine Kombination aus paradiesischen Stränden, dichter Wildnis und einer bewegenden Geschichte.
Hier sind die wichtigsten Tipps für Ihre Reise nach Sierra Leone im Jahr 2026:
1. Einreise und Gesundheit: Die Vorbereitung
Sierra Leone erfordert eine gute Planung, da die Infrastruktur noch im Aufbau ist.
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Visum: Die meisten europäischen Staatsbürger benötigen ein Visum. Dies kann mittlerweile bequem als E-Visum vorab beantragt werden.
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Impfungen: Eine Gelbfieberimpfung ist für die Einreise zwingend vorgeschrieben (Impfpass mitführen!). Zudem ist eine konsequente Malariaprophylaxe sowie ein aktueller Schutz gegen Hepatitis, Typhus und Polio dringend ratsam.
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Sicherheit: Die politische Lage gilt als stabil, doch Kleinkriminalität (vor allem in Freetown) kommt vor. Meiden Sie nachts einsame Strände und dunkle Straßen. Informieren Sie sich vorab beim Auswärtigen Amt über aktuelle Hinweise.
2. Die Ankunft: Von Lungi nach Freetown
Der internationale Flughafen befindet sich in Lungi, auf der anderen Seite der Bucht von Freetown.
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Transfer: Um in die Hauptstadt zu gelangen, nutzen Sie am besten eines der Wassertaxis (z.B. SeaCoach oder SeaBird). Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Die Alternative per Straße dauert mehrere Stunden.
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Währung: Die Landeswährung ist der Leone (SLE). Bargeld ist König. Nehmen Sie Euro oder Dollar in neuen Scheinen mit und tauschen Sie vor Ort. Kreditkarten werden nur in großen Hotels in Freetown akzeptiert.
3. Top-Highlights: Natur und Geschichte
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River No. 2 Beach: Oft als einer der schönsten Strände der Welt bezeichnet. Weißer Sand trifft auf einen smaragdgrünen Fluss, der ins Meer mündet. Er wird von einer lokalen Community-Initiative verwaltet.
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Tacugama Chimpanzee Sanctuary: Ein Schutzzentrum für Schimpansen in den Hügeln über Freetown. Hier können Sie in Öko-Lodges mitten im Regenwald übernachten und die Arbeit der Tierschützer unterstützen.
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Bunce Island: Ein zutiefst bewegender Ort. Die Ruinen dieser ehemaligen Sklavenfestung im Sierra Leone River erzählen von der dunklen Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels.
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Tiwai Island: Ein Paradies für Tierliebhaber im Süden des Landes. Die Insel im Moa-Fluss beherbergt eine der höchsten Primatendichten der Welt, darunter seltene Arten wie das Zwergflusspferd.
4. Fortbewegung vor Ort
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Mietwagen: Wenn Sie das Land verlassen und ins Landesinnere (z.B. zum Outamba-Kilmi-Nationalpark) reisen wollen, ist ein Allradfahrzeug (4×4) mit Fahrer absolut empfehlenswert. Die Straßenverhältnisse außerhalb der Hauptrouten können besonders in der Regenzeit schwierig sein.
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Poda-Podas: Diese Minibusse sind das Haupttransportmittel der Einheimischen. Sie sind extrem günstig und gesellig, aber oft überfüllt und nicht nach Sicherheitsstandards geprüft.
5. Beste Reisezeit
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November bis April (Trockenzeit): Die beste Zeit für Reisen. Die Straßen sind befahrbar, und das Wetter ist sonnig bei etwa 30°C.
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Mai bis Oktober (Regenzeit): Es kann zu extremen Regenfällen kommen, die viele Pässe unpassierbar machen. Einige Lodges schließen in dieser Zeit.
Wichtiger Hinweis: Sierra Leone ist ein Land mit traditionellen Werten. Kleiden Sie sich außerhalb der Strände eher konservativ (Schultern und Knie bedeckt), besonders in ländlichen Gebieten. Ein freundliches „Tell am tenki“ (Danke in Krio) öffnet oft Türen und Herzen.
Möchten Sie mehr über die Übernachtungsmöglichkeiten in den Öko-Lodges von Tacugama oder Tiwai Island erfahren?
