Göbekli Tepe gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Die monumentale Anlage wirft nicht nur Fragen zur Entstehung früher Kulturen auf, sondern auch zur Geschichte der Menschheit insgesamt.
Geografische Lage
Göbekli Tepe befindet sich im Südosten der Türkei, in der Provinz Şanlıurfa, rund 15 Kilometer nordöstlich der gleichnamigen Stadt. Die Stätte liegt auf einem Hügelrücken in etwa 770 Metern Höhe über dem Meeresspiegel und bietet einen weiten Blick über die umliegende Landschaft von Obermesopotamien.
Historischer Kontext
Die ältesten Schichten von Göbekli Tepe werden auf etwa 9.600 v. Chr. datiert – also in die Zeit der frühen Jungsteinzeit. Damit ist die Anlage mehr als 11.000 Jahre alt und entstand lange vor den Pyramiden Ägyptens oder Stonehenge. Besonders erstaunlich: Die Menschen, die Göbekli Tepe errichteten, lebten noch als Jäger und Sammler. Landwirtschaft und Sesshaftigkeit steckten erst in den Anfängen.
Bedeutung der Stätte
Das Areal umfasst monumentale Steinkreise mit T-förmigen Pfeilern, die teils über fünf Meter hoch sind und bis zu 20 Tonnen wiegen. Viele dieser Pfeiler tragen kunstvolle Reliefs von Tieren und abstrakten Symbolen. Archäologen deuten Göbekli Tepe daher nicht als Siedlung, sondern als rituelles Zentrum – vielleicht das älteste bekannte Heiligtum der Menschheit.
Archäologische Entdeckung
Obwohl der Hügel schon lange bekannt war, begannen systematische Ausgrabungen erst in den 1990er-Jahren unter Leitung des deutschen Archäologen Klaus Schmidt. Seitdem hat Göbekli Tepe weltweit für Aufsehen gesorgt und unser Bild von den Ursprüngen menschlicher Kultur grundlegend verändert.
Fazit:
Göbekli Tepe liegt im Herzen der heutigen Türkei, aber seine Bedeutung reicht weit über die Region hinaus. Der Ort zeigt, dass spirituelle und kulturelle Ausdrucksformen schon existierten, bevor Ackerbau und Städtebau die Menschheit prägten. Er ist ein Schlüssel, um zu verstehen, wie Zivilisation begann.